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Deutsche Musikverlage kamen mit großem Optimismus zurück aus Shangai: Chinesen konnten von den deutschen Noten-Ausgaben nicht genug bekommen - Interview mit AMA-Chef Kessler

„Es war ein voller Erfolg. Ich war besonders beeindruckt von der Professionalität unser chinesischen Besucherinnen und Besucher auf dem Stand
der Musikmesse in Shanghai.“
Mit diesen Worten zog AMA-Geschäftsführer Detlef Kessler ein Fazit der Messe, die seit einigen Jahren den Westen das Staunen lehrt. Der musikpressedienst sprach mit AMA-Chef Detlef Kessler, der auch die ganze Breite des UBM-Repertoires den Chinesen vorstellte.

1. Welche Produkte Ihres Verlages waren auf der Messe besonders gefragt?

Da die Chinesen das aktive Musizieren immer mehr für sich selbst entdecken, studierten die Besucher der Messe auch nach unseren Eindrücken sehr intensiv, wie alle Noten aussehen. Wie man mir oft sagte, haben viele der Chinesen die es sich leisten können, auch ein Klavier zuhause stehen. Der
Beruf des Klavierlehrers hat Hochkonjunktur, weil man auch nach dem Schulunterricht sich abends mit Klavierstunden das Einkommen aufbessern will.

2.Besteht ein Interesse an chinesischer Musik bzw. chinesischer Kultur auf dem europäischen Markt?

Es gehört zur Tradition vieler Länder auf unserem Globus auch in das Geheimnis der chinesischen Kultur einzudringen. Genau das erleben wir jetzt, wenn wir uns als Deutsche auf einer Musikmesse präsentieren.

3. Wie war das Kosten Umsatzverhältnis auf der Musik China im Verhältnis zu anderen Musikmessen?

Wir sind nicht das erste Mal in China unterwegs gewesen und fanden es sehr sympathisch mit welch großem Interesse die chinesischen Gastgeber unsere Musik aus dem fernen Europa hören. Ja sogar fasziniert sind. Das ist jedenfalls unser Eindruck. Darum waren AMA und UBM auch in der Vergangenheit im Reich der Mitte. Wir haben nahezu alles von den AMA Notenbüchern bar verkauft und so aktuell die Weiterreise nach China gut finanziert. Der AMA/UBM Stand war durchgehend gut besucht. Besucher aus Shanghai und Umgebung, Eltern wie auch viele Kinder, konnten nicht genug bekommen, durch unsere Notenausgaben zu blättern.

4. Wie schätzen Sie die Risiken ein, dass bei der Messe in Shanghai die „professionellen Piraten” die Druckunterlagen ihres Hauses in den nächsten Monaten nutzen werden, um dann die Noten sehr preiswert global zu vermarkten?

Wir wissen alle, dass China es noch nicht ganz so ernst meint mit der Piraterie von Notenausgaben aber wir lassen uns nicht irritieren und suchen uns seriöse Kontakte nach China, die schon seit Jahren bestehen. Aber Vorsicht, auch wir in Deutschland und in den USA haben genug mit der illegalen Piraterie zu tun und versuchen, den Betrügern auf die Spur zu kommen. Teilweise mit großem Erfolg aber oft auch fühlen wir uns machtlos, dem Diebstahl von geistigem Eigentum zu begegnen. Aber das gehört nun mal zu dem Geschäft eines Musikverlegers.

5. Werden Sie auch im nächsten Jahr das China Geschäft wieder ankurbeln und wie
sichern Sie sich Ihre Umsätze?

Natürlich lassen wir unsere Geschäftsfreunde der letzten Jahre nicht im Stich, sondern versuchen, sie wieder mit attraktiven Notenausgaben zu überraschen. Darum haben auch die deutschen Verleger im kommunistischen Staat der Volksrepublik China so viele Kontakte und treue Wegbegleiter. Wir jedenfalls schätzen die Zukunft des chinesischen Marktes als sehr positiv ein.


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